Allerdings war dies mit der Prämisse verbunden, dass er morgens der Erste und abends der Letzte ist, da sonst das System ins stocken käme. Der Rest der administrativen-Mannschaft hetzte zwischen Lieferterminen, Dokumentationen, der Pflege von diversen Übersichten und Listen hin und her und unterstütze den Senior-Chef, den Laden am Laufen zu halten. Dabei entstanden zwangsweise eine Vielzahl an Reibungsverlusten. Aus diesem Grund wurde bereits 2007 versucht, das in die Jahre gekommene PPS-System zu ersetzten, leider ohne Erfolg. Deckerform schaffte es trotz intensiver Bemühungen nicht, diese EDV zum Leben zu erwecken. „Mit meinem Einstieg in die Firma haben wir diese Investitionsruine abschließend begraben und uns auf die Suche nach einer neuen Betriebssoftware gemacht“ fasst Dipl.-Ing. (FH) Hubert Schmid zusammen.
Organisation ist verstehen was zu tun ist
Nach diversen Präsentationen war unsere Entscheidung deutlich zugunsten von Segoni gefallen. Hauptgründe waren Durchgängigkeit, Flexibilität, Zukunftsfähigkeit, gutes Preis/Leistungsverhältnis und letztlich auch eine kurze Einführungszeit. Ein besonderes Augenmerk lag auf den herausragenden Segoni-Stärken in den Bereichen Kalkulation, Fertigungssteuerung und Qualitätssicherung im Werkzeugbau. „Gerade hier entscheidet sich, ob Geld verdient wird oder nicht,“ fasst Rosemarie Linzmeier-Tschacha zusammen. „Eine übersichtlich strukturierte Softwareoberfläche ist besonders wichtig. Man tut sich leichter wenn man alles mit wenigen, logisch ab folgenden Mausklicks erreichen kann. Außerdem steigert dies auch die Akzeptanz bei der Belegschaft.“
System aus einem Guss
Zum Einstieg in die neue Organisationsphilosophie war ein Workshop angesetzt, in dem gemeinsam mit den Segoni-Experten Stundensätze berechnet und Organisationsabläufe als Trockenübung durchgespielt wurden. Unmittelbar danach wurde die Software installiert und geschult sowie die organisatorischen Neuerungen in der Fertigung umgesetzt. In der Praxis bedeutet dies, dass fortan ausnahmslos alle Neuwerkzeuge in Segoni kalkuliert und für alle Aufträge einzelteilbezogene Arbeitspläne erstellt werden.
„Neben der Fertigung werden selbstredend auch die administrativen Prozesse Beschaffung, Auftragsabwicklung, Zeiterfassung und Adressmanagement mit Segoni abgedeckt. Die Grundschulung dauerte drei Tage. Danach wurden alle Prozesse über das Segoni abgedeckt. Rosemarie Linzmeier-Tschacha: „Natürlich ist man am Anfang für Hilfestellungen der Telefon-Hotline dankbar. Überraschend reibungslos funktioniert das übrigens auch mit der Unterstützung per Datenfernwartung. Für mich als Unternehmer ist es dabei speziell wichtig, direkte Ansprechpartner zu haben und mich nicht mit „bitte drücken Sie die eins für…“-Hotlines herumschlagen zu müssen.
Arbeitsplan als Informationsdrehscheibe in der Fertigung
Nachdem der Neuauftrag die Konstruktion durchlaufen hat und eine Stückliste mit allen Kauf-, Norm- und Fertigungsteilen erstellt wurde, werden diese Daten von der Arbeitsvorbereitung weiterverwendet. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist der Arbeitsplan, der mit der Segoni-Fein-Kalkulation entsteht. Alle Teile in der Fertigung sind durch diesen eindeutig gekennzeichnet und zuordenbar. Der Arbeitsplan transportiert alle fertigungsrelevanten Details in und durch die Fertigung. Mittels des auf dem Arbeitsplan angedruckten Strichcodes melden die Mitarbeiter den entsprechenden Fertigungsfortschritt, sprich Arbeitsgänge und Stückzahlen sowie QS-Informationen, zurück.
"Jeder Mitarbeiter weiß, was zu tun ist, weil er selbst Zugriff auf die Informationen hat. Die Rückfragen und Missverständnisse sowie unnötiges Herumlaufen haben nach Einführung der Arbeitspläne rapide abgenommen“, bestätigt Geschäftsführer Hubert Schmid. Senior Geschäftsführer Franz Tschacha ergänzt.“Eine positionsbezogene, sprich einzelteilbezogene Arbeitsvorbereitung setzt eine weiter ausgereifte Konstruktion voraus. Zuerst befürchteten wir dabei unsere vielgepriesene Flexibilität einzuschränken. Mit der Einführung von Segoni.Futur hat sich allerdings herausgestellt, dass wir viel Zeit sparen wenn wir das Werkzeugkonzept erst fertigdenken und dann die Späne fliegen lassen. Wir verlieren durch diesen Ansatz also nicht wertvolle Zeit sondern konnten damit den Durchsatz erhöhen.“
Befürchtungen, dass die Facharbeiter Berührungsängste mit den BDE-Stationen haben oder gar Bedienungsfehler verursachen könnten, haben sich nicht bewahrheitet. „Das ist ähnlich benutzergeführt wie bei einem Bankautomat. Die logische und einfache Bedienung des BDE sorgt letztlich für eine höhere Akzeptanz des Zeiterfassungssystems bei der Belegschaft“, weiß Segoni-Projektleiter Theodor Neumaier.
„Zudem sollte jeder Unternehmer anstreben, mittels einer geeigneten Betriebssoftware zu jedem Stand eines Auftrags sofort transparente Daten zu diesem Auftrag abrufen zu können, ohne auf andere angewiesen zu sein. Stichwort: Einkauf/Disposition, Fertigungsstand, mitlaufende- und Nachkalkulation und letztlich Terminsicherheit. Diese Informationen hat Deckerform mit Segoni nun jederzeit abrufbar.“
Das lästige Pflegen von verschiedensten EDV-Systemen, Dokumenten und Listen hat ein Ende gefunden. Deckerform hat alles auf das Segoni-System eingedampft. Somit entfällt nicht nur die Mehrfachpflege von Daten; auch die mögliche Fehlerquelle der Mehrfachpflege, sprich Übertragungs- und Aktualisierungsfehler, entfällt komplett. Desweiteren sind alle Daten in einem durchgängigen System abrufbar. So können alle Unternehmensprozesse nacheinander von den Eingaben vorgelagerter Prozesse profitieren. Schnellere und effektivere Abwicklung ermöglicht zuletzt auch größeren Durchsatz.
„Wir haben durch die höhere Transparenz klare Effektivitätssteigerungen im gesamten Unternehmen zu verzeichnen, ohne Frage“, fügt Schmid hinzu. „Und wir sind gegenüber unseren Kunden sofort aussagefähig, weil wir auf Knopfdruck wissen, was wo passiert. Und das honorieren auch unsere Kunden.
Die Resonanz auf die Veränderungen bei Deckerform ist durch die Bank positiv. Auch wir selbst haben mittlerweile ein ganz anderes Bild von unserem Unternehmen.“