01. AUGUST 2014

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Im Cluster der Medizintechnik


Technik

Fräsen – Die Medizintechnik ist für Haas Automation im südlichen Baden-Württemberg eine enorm starke Branche. Die Mahe Medical GmbH zerspant mit dem nötigen Know-how auch anspruchsvolle Materialien auf Haas-Maschinen.
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Hat der Händler die Werkshalle seines Kunden tatsächlich als Hasenstall bezeichnet? Ein Hightech-Unternehmen auf geräumigen 4500 QuadratmeternProduktionsfläche? Martin Dreher widerholt das sogar: Ein Hasenstall erwarte dort den Besucher.

Weil hier im Raum Tuttlingen das A kürzer ausgesprochen wird, als in anderen Dialekten Baden-Württembergs, ist das Wortspiel nicht auf Anhieb zu durchschauen. Erst ein Werksrundgang zeigt, was tatsächlich gemeint ist: Ein Haasen-Stall. Bei Mahe werden zum Fräsen ausschließlich Maschinen des US-Herstellers Haas eingesetzt. Eine neben der anderen sind sie in diesem Vorzeige-Betrieb aufgereiht.

Markus Heckmann hat sich zu Anfang der 1990er-Jahre mit seinem Unternehmen Mahe selbstständig gemacht. Die Mahe Medical GmbH ist im Bereich der Medizintechnik tätig. Am Anfang bediente Heckmann ein kleines Segment aus der Orthopädie. Nach und nach kamen weitere Bereiche hinzu: die Fertigung von Teilen für die Traumatologie, Hüft- und Knie-Implantate bis hin zur Gesichtschirurgie und schließlich auch Produkte für die Endoskopie. Implantate sowie Zubehör und Werkzeuge dafür bilden den Schwerpunkt des Unternehmens.

2000 wurde der heutige Firmensitz in Emmingen-Liptingen bezogen. Die Mitarbeiterzahl vergrößerte sich von anfangs vier auf mittlerweile über 100. Mahe hat heute Kunden auf der ganzen Welt. Heckmanns Erfolgsrezept hört sich einfach an: »Das ist wie im richtigen Leben auch. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und ein bisschen Glück haben. Netzwerke sind dabei wichtig.«

Zu Heckmanns Netzwerk gehört auch Martin Dreher. Seine Dreher Gruppe ruht auf drei Säulen: Werkzeugmaschinen, Laser und Automatisierung. Dreher ist dabei nicht nur Händler, sondern bietet in allen Bereichen den kompletten Service an. An Mahe hat er Maschinen und Automatisierungslösungen verkauft. Mit den von ihm vertriebenen Lasergeräten der Marke Rofin wäre auch eine dauerhafte Kennzeichnung der gefertigten Teile möglich.

Dreher hat sich auf Maschinen von Haas Automation festgelegt und betreibt ein Haas Factory Outlet (HFO). Hier führt er eine Auswahl der Haas-Palette unter Span vor, hält Ersatzteile vorrätig, fährt Serviceeinsätze und richtet Schulungen aus.

Jährlich eine Maschine

Als Markus Heckmann 2003 seine erste Haas-Maschine im Factory Outlet in Denkingen kaufte, war für das junge Unternehmen in erster Linie das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis der US-Maschinen entscheidend. Dass in der Folge jedes Jahr im Durchschnitt etwa eine weitere Haas-Maschine hinzukam, zeugt nicht nur von der rasanten Entwicklung des Medizintechnik-Unternehmens, sondern belegt auch, dass man bei Mahe sehr zufrieden mit den Haas-Maschinen ist. Neben fünf Minimills stehen in dem Emminger Werk auch VF1- und VF2-Maschinen. Fräsmaschinen anderer Hersteller, die noch aus den Anfangsjahren der Firma datierten, wurden inzwischen ausgemustert.

Von ihrer Betriebsgröße her kann die Mahe-Fertigung noch als typischer Haas-Kunde durchgehen. Die hier bearbeiteten Materialien fallen allerdings aus dem Rahmen. So werden unter anderem Knochenplatten aus Titan und Implantatstahl auf den Haas-Maschinen gefertigt. Bei diesen Materialien stellt das Fünf-Achs-Fräsen von Knochenplatte höchste Ansprüche. »Viele sagten vorher, das geht nicht auf den Haas-Maschinen«, erinnert sich Heckmann. »Deshalb finde ich es gut, dass Dreher immer wieder Schulungen veranstaltet, in denen das Gegenteil gezeigt wird. Es geht alles, man muss nur wissen wie.«

Heckmann erfüllt mit den Maschinen auch höchste Anforderungen an die Genauigkeiten. Die Robustheit der Fräscentren lasse ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Eine der Maschinen läuft inzwischen seit acht Jahren täglich in mindestens zwei Schichten. Zwei mit Robotern automatisierte Minimills zerspanen sogar Tag und Nacht in drei Schichten.


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m+w 10/2011
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